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Kyoto
 Foto: Kyoto
Die Geschichtsschreibung Kyotos beginnt im Jahre 794, als Kammu Tenno, der damalige Kaiser, das Dorf Uda als Bauplatz für seine neue Hauptstadt Heian-kyo auswählte. Der Bauplatz wurde nach chinesischen Umweltvorstellungen ausgewählt, so erfüllt er z.B. die glückverheißenden Bedingungen von drei Bergen und zwei Strömen. Die Stadt liegt in einer Ebene, die von drei Seiten von Bergen umgeben ist, nur nach Süden offen ist. Im Osten fließt der Kamogawa- und im Westen der Katsugara-Fluß. Heian-kyo bedeutet übersetzt „Hauptstadt des Friedens“, oft wurde Kyoto aber auch nur Miyako „kaiserliche Residenz“ genannt. Tokyo wurde 1868 wurde Tokyo unter dem Kaiser Meiji zur Reichshauptstadt erhoben (Meiji-Zeit, 1867-1912). Jedoch werden einige rituelle Zeremonien der Kaiserkrönung bis heute im Kaiserpalast von Kyoto durchgeführt.
Kyoto wurde nach dem Vorbild der Stadt Chang’an (heute Xi’an, China) im Schachbrettmuster angelegt. Die Straßen waren breit und kreuzten sich rechtwinklig, so wurde ein schneller Überblick sowie gute militärische Kontrolle gewährleistet.
Die Stadt stieg schnell zum Machtzentrum der Heian-Zeit auf und wurde so zum beherrschenden wirtschaftlichen Magneten.
In dieser Stadt hatten typisch japanische Kunsthandwerke ihre große Blütezeit. Darunter fallen z.B. Seidenweberei und -malerei, die Fächer- und Lackkunst, die Keramik- und Porzellankunst, sowie das Puppen- und Papierhandwerk. Auch die Teezeremonie, Ikebana, und Kabuki kamen in Kyoto zu ihrem großen Durchbruch. Bis heute prägen diese Dinge das kulturelle Leben der Stadt.
Heute leben rund 1,5 Millionen Einwohner in der Stadt mit etwa 2000 buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen, die nahezu alle erhalten sind, so daß auch heute noch eineinhalb Jahrtausende japanischer Geschichte greifbar zu sein scheinen.
Kyoto schafft geschickt den Balanceakt zwischen Tradition und Moderne. Als die Stadtpolitiker Mitte der 70er Jahre erkannten, daß die Stadtentwicklung immer mehr stagnierte, wurde eine Revitalisierung eingeleitet. Kyoto besitzt eine moderne U-Bahnlinie, den 131 Meter hohen Kyoto Tower, die Architektur zentraler Plätze wurde saniert und die Hauptgeschäftsstraßen überdacht.
Dennoch prägen weiterhin die klassischen Wirtschaftszweige das Bild Kyotos: Seiden-Kimono-Handel und Brokatweberei, Steingut und Porzellanmanufaktur, religiöse Gebrauchskunst, Lackarbeiten, Puppen, Konferenz-, Hochzeits- und Unterhaltungsindustrie, Souvenirhandel, Wasabi-Papier-Produktion, und Sake-Produktion.
Der Tourismus spielt heute in Kyoto eine tragende Rolle. Um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der alten Kaiserstadt zu erkunden, folgt man am besten einem großen Rundweg. Um die mitunter recht großen Distanzen zu überwinden, ist ein Taxi am besten geeignet.
Zu einem der bedeutendsten Tempel gehört der 1164 von der buddhistischen Tendai-Sekte gegründete Sanjusangendo Tempel, vor dem mehrmals jährlich Bogenschuß-Wettbewerbe stattfinden, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Das Kyoto Nationalmuseum von 1897, welches eine wertvolle Sammlung religiöser Gebrauchskunst aus buddhistischen Tempeln und Shinto-Schreinen beherbergt, befindet sich gleich gegenüber. Zwei Kilometer nordöstlich des Nationalmuseums befindet sich der Kiyomizu Tempel, der durch seine kühne, einen Abhang von 50m überwindende Holzbalkenkonstruktion, die ohne die Verwendung eines einzigen Nagels auskommt, berühmt wurde.
Der Kaiserpalast, welcher 1790 an seine heutige Stelle verlegt wurde, besteht aus 18 Gebäuden und einem bemerkenswerten Landschaftsgarten. 1855 wurde er, nachdem er mehrfach durch Brände zerstört wurde, nach alten Plänen wieder aufgebaut. Der Palast gilt als ein wichtiges Symbol Japans und wird ständig schwer bewacht. Das Palastgebäude ist nur beschränkt zugänglich. Mindestens zwei Stunden vor dem gewünschten Besuchstermin muß beim Kaiserlichen Haushaltsamt unter Vorlage des Reisepasses, eine Besichtigungsgenehmigung beantragt werden.
Für Kyoto braucht man Zeit. Denn die Schönheit der Stadt, so sagt man, erschließt sich zuallererst über das Gefühl.
Infoseite: Kyoto
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